Preisträger von Realisierungswettbewerb stehen fest

IBA_KANDIDAT Energie- und Zukunftsspeicher wird konkreter

Am Dienstag, den 27. September, hat eine interdisziplinäre Jury 14 Entwürfe für den künftigen Energie- und Zukunftsspeicher auf dem Pfaffengrunder Gelände der Stadtwerke Heidelberg begutachtet. Drei davon wurden als Preisträger ausgewählt.

Der Energie- und Zukunftsspeicher
Dort, wo früher der alte Gasspeicher für eine sichere Versorgung der Heidelberger mit Stadtgas sorgte, planen die Stadtwerke Heidelberg zusammen mit der Stadt einen Energie- und Zukunftsspeicher: Das 55 m hohe Gebäude wird einen Wärmespeicher beherbergen und gleichzeitig Raum bieten, um die Energiewende erlebbar und begehbar zu machen. Der Wärmespeicher wird den bisherigen Energiepark im Pfaffengrund um einen wichtigen energiewirtschaftlichen Baustein erweitern: Durch die neue Anlage können die Erzeugungsanlagen dort flexibler und wirtschaftlicher arbeiten. „Der Wärmespeicher ermöglicht uns eine bessere Kopplung zwischen den Energiesektoren Strom und Wärme – und geht damit genau in die Richtung der aktuellen Energiedebatte“, sagt Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie und verantwortlich für dieEnergiekonzeption 2020, mit der die Stadtwerke Heidelberg die Energiewende vor Ort voranbringen. Der Bau des Wärmespeichers soll im Jahr 2017 starten. „Das Gebäude wird eine neue Landmarke in Heidelberg setzen. Als Teil der Stadt wollen wir es für die Menschen vor Ort öffnen und die Energiewelt von morgen für sie dort erlebbar und begehbar machen“, sagt Teigeler weiter. „Er soll eine Aussichtsplattform erhalten, eine Gastronomie und viele interaktive Möglichkeiten, die Energiewende zu verstehen und zu erleben.“ Auf Anregung des künftigen Nachbars der Stadtwerke Heidelberg auf ihrem Pfaffengrunder Gelände, dem Orthopädie- und Rehatechnik-Unternehmen adViva aus Heidelberg-Wieblingen, wird das Bauwerk außerdem um einen Bewegungspark für ihre Kunden und für die Besucher des Speichers ergänzt.

Der Wettbewerb
Für die Gestaltung des Gebäudes hat das Unternehmen einen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Kooperationspartner ist die Internationale Bauausstellung (IBA) Heidelberg. Unter dem Leitthema Wissen | schafft | Stadt ist sie von 2012 bis 2022 aktiv, um Projekte rund um das Thema „Wissensgesellschaft“ anzustoßen und voranzubringen. Betreuer des internationalen Wettbewerbs waren die HARTMANN & HAUSS Architekten aus Heidelberg. Nach einer Ausschreibung wurden 15 besonders qualifizierte Architekten aufgefordert, Vorschläge für eine Gestaltung des Zukunfts- und Wissensspeichers einzureichen. 14 Entwürfe standen der Jury unter der Leitung von Professor Michael Schumacher, Schneider + Schumacher Architekten aus Frankfurt am Main sowie Universitätsprofessor in Hannover, zur Auswahl. Drei wurden schließlich im Laufe einer intensiven Diskussion als Preisträger ausgewählt.

Die Gewinner
Der dritte Platz ging an das Büro netzwerkarchitekten aus Darmstadt. Der zweite Platz wurde an v-architekten aus Köln mit Dirk Melzer als Landschaftsarchitekten und Thorsten Goldberg als freischaffendem Künstler vergeben. Der Hauptpreis ging an die Berliner Büros LAVA – Laboratory for visionary architecture Berlin mit den Landschaftsarchitekten A24 Landschaft und Christopher Bauder – white void GmbH für kinetische Lichtkunst. „Die Auswahl unter den vielen spannenden Vorschlägen war nicht leicht“, sagte Michael Teigeler zum Abschluss des Tages. „Die drei Preisträger haben uns jedoch ganz besonders überzeugt: Alle drei Entwürfe zeichneten sich durch durchdachte, kreative und gleichzeitig gut umsetzbare Gestaltungsideen aus.“ Prof. Michael Schumacher als Leiter der Jury hob hervor: „Vierzehn gut ausgearbeitete Entwürfe standen zur Wahl. Nach angeregter und teils kontroverser Diskussion wurden drei Entwürfe prämiert, die das Potential haben, den Speicher zu einem besonderen Ort für Heidelberg zu machen.“ Prof. Michael Braum,Geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg ergänzte: „Mit Lava Architekten hat ein professionell und international arbeitendes, innovatives Architekturbüro gewonnen. Ich freue mich über das Ergebnis.“ Eine der Varianten wird nun zur Umsetzung kommen. „Wir werden nun mit den Preisträgern Gespräche zur Konkretisierung ihres Entwurfs aufnehmen,“ berichtet Michael Teigeler.

Lichterfest am 22. Oktober inklusive Ausstellung der Exponate
Alle 14 Vorschläge wurden vom 20. bis 22. Oktober auf dem Werksgelände Pfaffengrund der Stadtwerke Heidelberg in der ehemaligen Kantine der Öffentlichkeit vorgestellt. An diesem Tag luden die Stadtwerke Heidelberg alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Lichterfest ein, bei dem die Silhouette des Wärmespeichers erstmals visualisiert wurde – als eine Lichtinstallation in den dunklen Abendhimmel.