#012 Collegium Academicum – Gemeinsam leben und lernen

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So wohnen die Wissensnomaden von morgen

Ein Quartier der Konversionsflächen soll sich zu einem lebendigen Ort mit einer dynamischen Mischung aus Arbeiten, Wohnen und Freizeit wandeln. Diesen Wandel unterstützt die IBA mit dem Projekt des Vereins “Collegium Academcium e. V.”: In einem Studentenwohnheim sollen in Zukunft ca. 200 Studierende aus aller Welt ein zu Hause finden und in gemeinsam entwickelten Formaten für die Zukunft lernen.

Ein Haus mit Geschichte

Namensvetter des Projektes ist das legendäre Collegium Academicum, das bis 1978 im Carolinum in der Heidelberger Seminarstraße angesiedelt war. Damals das Zentrum der Studentenbewegung in Heidelberg, entleiht das neue Collegium Academicum heute einige Ideen von damals und bettet diese in einen zeitgemäßen Kontext: Ein umfangreiches Bildungskonzept mit Vorstudium, Begleitstudium, Tutor_innenprogramm und projektbasiertem Lernen soll Studierenden helfen, sich umfassender fortzubilden, als eng gestrickte Lehrpläne es vorsehen. Zudem werden in dem Haus Angebote für Schüler und junge Erwachsene auf den Konversionsflächen und für ganz Heidelberg geschaffen. Durch gemeinschaftliche Nutzung der Flächen können günstige Mieten angeboten werden.

Suffizientes Wohnen im Bestand

Geplant ist eine Kombination aus Neubauten in Holzbauweise mit Bestandsbauten auf dem Konversionsgebiet des ehemaligen Hospitals. Die Baumaßnahmen sollen dabei wie der Raumbedarf möglichst suffizient sein. Das Besondere: Die Studierenden werden die Eigentümerschaft für die Immobilie übernehmen und ihr Wohnheim selbst verwalten. Das Prinzip des “Mietshäuser-Syndikats” ermöglicht ihnen Demokratie im Kleinen. Geplant sind neben den Wohnräumen multifunktionale Gemeinschaftsräume (Co-Working-Spaces z. B. für Start-Ups), ein Café und Veranstaltungsräume für Events und Seminare – und alle Räume sollen offen sein für die Nachbarschaft im Quartier.

Angebote für Studierende und Bürger im Stadtteil

Stephen Craig, Künstler und Professor am KIT und Mitglied im IBA-Kuratorium über das Projekt: „Miteinander leben, voneinander lernen und eigenes Wissen weitergeben wird in diesem Projekt stattfinden und die Universitätsstadt Heidelberg auf den Konversionsflächen in ungewöhnlicher Art bereichern.“

MEHR ZUM PROJEKT

20.11.2016 | Collegium Academicum öffnet erstmals seine Türen

Am Sonntag, 20. November 2016 öffnete das Collegium Academicum auf der Fläche US-Hospital erstmals seine Türen und lud interessierte Bürger ein, sich über das Projekt zu informieren. Im Sinne des zukünftigen CA als Bildungsort ermöglichten diverse Workshops das von- und miteinander lernen. Mehr Informationen

10.03.2016 | Studierendenwohnheim "Collegium Academicum" zieht aufs Hospital

Das IBA_PROJEKT “Collegium Academicum” hat von der Stadt Heidelberg eine Fläche in Aussicht gestellt bekommen: Sie sollen einen Standort im Nordosten der rund neun Hektar großen Konversionsfläche “US Hospital” in Rohrbach erhalten.

Nachdem die Studierenden in mehreren qualifizierenden Workshops der IBA zu Themen wie „Suffizienz“ oder „Bildungskonzepte“ unterschiedliche Architekten_innen kennengelernt hatten, haben sie sich zur vertiefenden Zusammenarbeit für den Architekten Hans Drexler und sein Büro Drexler Guinand Jauslin entschlossen und gemeinsam mit ihm erste Entwürfe für ihr Haus erarbeitet.

Das Architekturbüro “Drexler Guinand Jauslin” hat sich auf nachhaltigen und innovativen Wohnungsbau spezialisiert. Dies entspricht dem Wunsch der Studierenden, in Heidelberg ein suffizientes Studierendenwohnheim mit einem integrierten Bildungsangebot für über 200 Bewohner_innen zu schaffen.

09.10.2015 | Collegium Academicum gibt Einblicke in bewegte Geschichte

Das Collegium Academicum blickt auf eine bewegte Geschichte in Heidelberg zurück. Nun gab der Verein in einer Wanderausstellung Einblicke in die Vergangenheit des Hauses. Am 09. Oktober 2015 eröffnete der Publizist und Historiker Gerd Koenen die Ausstellung im Universitätsarchiv.

16.07.2015 | Collegium Academicum wird IBA_PROJEKT

Das Collegium Academicum wurde in der Aufsichtsratssitzung im Juni 2015 zum IBA_PROJEKT gekürt. Gemeinsam mit dem IBA-Büro hatte der Kandidat über ein Jahr lang an der Idee gefeilt: In Fachgesprächen mit Experten unterschiedlicher Disziplinen, durch Workshops und Entwurfswerkstätten, hat der Projektträger seine Konzepte weiterentwickelt. Nun entschied der Aufsichtsrat der IBA Heidelberg: Die finanziellen, organisatorischen und inhaltlichen Grundlagen dieses Kandidaten sind so ausgereift, dass gemeinsam die nächsten Schritte zum Bauprojekt gegangen werden können.

18.05.2015 | Wie machen wir unser Haus klug? IBA-Workshop zum Bildungskonzept

Wie kann ein Studierendenwohnheim in Heidelberg mit einem interessanten und umfassenden Bildungsprogramm bespielt werden? Experten aus ganz Deutschland führten Hintergründe zu den Themen Propädeutikum, Tutor_innenprogramm, Projektlernen und semesterbegleitendes Lernen aus und sprachen praktische Beispiele an. Die Referenten:

Michael Behal, Leibniz Kolleg Tübingen
Jasmin Tran, Universität Heidelberg
Merlin Wolf, Universität Heidelberg
Daniel Ixkes, Universität Witten/Herdecke

23.03.2015 | Wie machen wir unser Haus genügsam? IBA-Workshop zur Suffizienz

In Zusammenarbeit mit dem Collegium Academicum e. V. veranstaltete die IBA einen Workshop zum Thema Suffizienz – Genügsamkeit. Es sollen dabei theoretische und praktische Fragen geklärt werden: Was bedeutet suffizientes Leben, Wirtschaften und Bauen für die Heidelberger Studierenden? Wie können wir Voraussetzungen schaffen, damit suffizientes Leben entstehen kann? Was ist zum Leben notwendig? Und wo können wir überflüssigen Konsum vermeiden? Die Referenten Dr. Lars-Arvid Brischke, ifeu Berlin, Prof. Hans Drexler, Drexler Guinand Jauslin Architects Frankfurt am Main, Prof. Dr.-Ing. Susanne Hofmann, die Baupiloten Berlin, Arne Steffen, werk.um Darmstadt und Claudia Thiesen, Kraftwerk1 Zürich schufen einen theoretischen Zugang und präsentierten Erfahrungen aus der Praxis zum Thema „Suffizienz“. An ganz konkreten Projektbeispielen erläuterten sie zudem die theoretischen Aspekte.