#019 Landwirtschaftspark Heidelberg

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In dieser Landschaft wollen wir leben

Auf Basis eines Kooperationsnetzwerks von Landwirten, Bewohnern und Einrichtungen angrenzender Ortsteile soll in Heidelberg ein Landwirtschaftspark entstehen. Das Areal dient seit jeher als Anbaufläche. Mit der IBA soll es gemeinsam als Naherholungsraum und Bildungsort gestaltet werden – jedoch ohne bereits bestehende Strukturen zu verdrängen. Die Initiatoren sind eine Gemeinschaft von ortsansässigen Landschaftsarchitekten und Architekten.

Nahrungsproduktion, Erholung, Naturschutz

Im Landwirtschaftspark Heidelberg sollen Nahrungsproduktion, Erholung und Naturschutz Hand in Hand gehen. Gleichzeitig soll der Landschaftsraum für die Bewohner der Bahnstadt und anderer angrenzender Ortsteile erlebbar werden. Zum Beispiel soll das Projekt jungen Menschen den Produktionsprozess qualitativer Lebensmittel näher bringen. Wie funktioniert Fruchtfolge? Wie können wir Stoffkreisläufe regionaler gestalten? Wie können produktive Landwirtschaft und Naherholung konfliktfrei zusammenfinden? Für die Stadtbewohner könnten außerdem Pachtparzellen für Gemüse- und Obstanbau zur Selbstversorgung entstehen. Der geplante Landwirtschaftspark wird ein netzwerkgetragener Freiraum neuen Typs, der die landwirtschaftliche Nutzung langfristig sichert und sie stärker mit der Stadt verknüpft.

Zentral in der Metropolregion

Die Agrarlandschaft liegt als Grünraum zentral in der Metropolregion zwischen den Stadtteilen Bahnstadt, Kirchheim, Pfaffengrund und Eppelheim. Das Areal wurde im Rahmen einer EU Richtlinie als besonders förderungswürdig eingestuft. Im Gegensatz zur Stadt bietet das Areal eine Fülle von interessanten Sinnes- und Lerneindrücken: bunte Ackerflächen, unbebaute Landschaft, Freiraum als Lebens- und Arbeitsraum. Der Landwirtschaftspark kann zu einem alternativen Lernort werden, mit Lehrpfaden, grünem Klassenzimmer, pädagogischem Gartenbau und weiteren vielfältigen Angeboten der beteiligten Akteure.

MEHR ZUM PROJEKT

15.12.2016 | Broschüre der Initiativgruppe Landwirtschaftspark

Die Akteursgruppe für einen Landwirtschaftspark hat das gemeinsam in 2016 erarbeitete Thesenpapier in eine reich bebilderte Broschüre übersetzt. Das Heft „STADT – LANDWISSEN. Landschaft und Landwirtschaft durch urbane Bildungs- und Raumprogramme erhalten und entwickeln“ ist nun als PDF erschienen und informiert über die Idee für einen Landwirtschaftspark in Heidelberg und was erste Schritte auf dem Weg dort hin sein könnten. Die Info-Broschüre wurde im Dezember an Verwaltung und Gemeinderat übergeben. Zum Download (PDF | 2,55 MB)

01.10.2016 | Sechs Arbeitstreffen von April bis September 2016

Um ein Kooperationsnetzwerk von Landwirten, Anwohnern und Bildungseinrichtungen angrenzender Ortsteile zu entwickeln, haben seit dem Auftakttreffen im Januar 2016 insgesamt sechs weitere Arbeitstreffen im monatlichen Abstand ab April mit je 20 Teilnehmern stattgefunden. Diese Treffen wurden von Katrin Bohn, Expertin für urbane Nahrungsproduktion und Partizipationsprozesse begleitet. Im Sommer 2016 hat die Akteursgruppe aus Landwirten, Anwohnern und Vertretern von Institutionen ein gemeinsames Thesenpapier zur Zusammenarbeit verabschiedet.

21.01.2016 | Erfolgreiches erstes Treffen: Landwirte und IBA_KANDIDAT „Landwirtschaftspark“

Wo wird Landwirtschaft erlebbar? Wo werden neue Anbaumethoden getestet? Könnte das ganz in der Nähe einer modernen Großstadt sein, vielleicht sogar im direkten Austausch mit ihr? Wo und wie können Bürger_innen, Kinder und Studierende etwas über Nahrungsmittel lernen? Wie können wir Nutzungskonflikten auf stadtnahen Freiflächen aus dem Weg gehen und stattdessen gemeinsame Chancen ergreifen?

Durch die sukzessive Entwicklung der Bahnstadt in Heidelberg und die zukünftigen Nachnutzungen des Patrick Henry Village, ebenso wie durch neue Konzepte für die ehemalige Militärfläche “Airfield”, wird sich auch der landschaftliche Raum zwischen Kirchheim, Bahnstadt, Pfaffengrund und PHV verändern – und sei es nur dadurch, dass in Zukunft mehr Menschen um das Gebiet wohnen werden.

Die IBA Heidelberg hatte am 21. Januar 2016 gemeinsam mit dem IBA_KANDIDATEN “Landwirtschaftspark” zu einem Auftakttreffen eingeladen. Unter den rund 40 Teilnehmern waren neben den ansässigen Landwirten Architekturbüros und Landschaftsplaner, der Verein Eßbares Heidelberg, Vertreter der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie Mitarbeiter_innen von anliegenden Schulen, Kindertagesstädten oder Kleingärten.

In Kleingruppen wurden mithilfe von Moderatoren verschiedene Themenstellungen wie Wirtschaft, Bildung, Ernährung oder Stadt & Land bearbeitet. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katrin Bohn vom Architekturbüro Bohn & Viljoen Architects aus London und Berlin. Das Büro ist auf Urbane Landwirtschaft spezialisiert und Katrin Bohn forscht und lehrt seit vielen Jahren zu Fragen der Nahrungsmittelproduktion im städtischen Raum.

Einig war sich das Plenum darüber, dass die Vernetzung der verschiedenen Akteure gestärkt werden muss, um besser miteinander in Austausch treten zu können und voneinander zu profitieren — sowohl im Bildungsbereich als auch im Produktaustausch. Auch die Fläche “Airfield” wurde in den Arbeitsgruppen als ein wichtiger Potenzialraum gesehen: Hier könnte der IBA_KANDIDAT “Landwirtschaftspark” sichtbar umgesetzt werden. Ebenfalls allen Beteiligten ein wichtiges Anliegen war eine gesteigerte Wertschätzung der Städter_innen für die Landwirtschaft in und um Heidelberg: Ein großes Potential sahen die Anwesenden darin, über den Landwirtschaftspark das Zusammenleben von Städtern und Landwirten zu verbessern. Die Ergebnisse des Tages wurden in einem Protokoll festgehalten, sie bilden die Basis für weitere regelmäßige Treffen der Akteure, die nun folgen sollen.

15.07.2015 | Studenten der TU Berlin entwerfen Konzepte für Landwirtschaftspark

Im Sommersemester 2015 entwickelte ein Bachelorkurs der TU Berlin unter Leitung von Prof. Undine Giseke mit Lucas Hövelmann Ideen und Konzepte für einen Landwirtschaftspark in Heidelberg. Dazu waren die angehenden Landschaftsarchitekten im Juni 2015 einige Tage in Heidelberg, hatten mit Landwirten, Anwohnern und Spaziergängern gesprochen und die Flächen erkundet. Im Juli präsentierten die Studierenden in kleinen Teams den Vertretern der IBA und des IBA_KANDIDATEN insgesamt fünf ausgefeilte Konzepte für die Entwicklung eines Landwirtschaftsparks.

Eckdaten

  • Ort

    Agrarlandschaft zwischen Bahnstadt, Pfaffengrund, Kirchheim und Eppelheim inklusive der Konversionsfläche Airfield

  • Projektträger

    Initiativgruppe Landwirtschaftspark
    Wolfgang Roth

  • Ansprechpartner IBA

    Moritz Bellers
    IBA Heidelberg GmbH
    +49.6221.658.65.015
    m.bellers(at)iba.heidelberg.de

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