IBA_LAB N°3

07.–08.10.2015 | Bauen für Lehre, Forschung und Entwicklung | Räume für die Wissenschaften

Beim LAB der IBA Heidelberg diskutierten Forscher, Architekten und Interessierte Zukunftsfragen des Bauens für die Wissenschaft.

Wie können wir Universitäten in Zukunft bauen? Und wie müssen öffentliche Räume aussehen, um den Ansprüchen einer internationalen Wissensstadt gerecht zu werden? Um diese Fragen drehte sich die Fachtagung „Räume für die Wissenschaften“, die die IBA Heidelberg am 7. und 8. Oktober 2015 in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg veranstaltete.

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Festlicher Auftakt in der Aula der neuen Universität

Zunächst stand am Mittwoch ein festlicher Auftakt auf dem Programm: In der Neuen Aula der Universität hielt Christoph Badelt, der ehemalige Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, die Eröffnungsrede. Er berichtete von der Entstehung des Unicampus in Wien, der mit Gebäuden von Zaha Hadid oder Peter Cook heute international von sich Reden macht. Mit vier interdisziplinär besetzten Fachpanels und der Ausstellung „Inspirationen für Heidelberg“ startete die Tagung „Räume für die Wissenschaften“ dann am Donnerstag. 20 Professoren, Rektoren und Forscher diskutieren mit Architekten, Planern und rund 100 Interessierten über die Zukunftsfragen des Wissenschaftsstandortes Heidelberg.

Architekten präsentieren flexible Innenräume und einladende Freiflächen

Architekten wie Dietmar Eberle und Volker Staab präsentierten ihre Positionen zur Universitätsstadt der Zukunft. „Die Räume der Wissenschaft der Zukunft müssen vor allem eines sein: großzügig und anpassungsfähig. Mit viel Tageslicht, wenig Gebäudetechnik und maximalem Selbstbestimmungsrecht für die Wissenschaftler”, so Dietmar Eberle, international tätiger Architekt aus Österreich und Professor an der ETH Zürich. Volker Staab, Architekt aus Berlin, wies bei der Gestaltung von Wissenschaftsräumen auf ein wichtiges Grundproblem für Architekten und Bauherrn hin: „Wir können uns beim Bauen für die Wissenschaften sehr neue und innovative Lösungen vorstellen. Die strikten Vorgaben, in denen wir die Gebäude realisieren müssen, schränken Nutzer und Planer allerdings stark ein. Hier muss ein Dialog zwischen Architekten, Forschung und Ministerien angestoßen werden, um diese starren Regularien aufzubrechen.“

Für Wissenschaftler stehen Vernetzung und Kommunikation im Vordergrund

Die Diskussion und Weiterentwicklung von zukunftsweisenden Konzepten und Strategien für die Gestaltung wissenschaftlicher Räume in Heidelberg geht aber nicht nur Architekten und Planer, sondern vor allem die Nutzerinnen und Nutzer vor Ort an. Die Tagung setzte daher besonders auf lokale Kompetenz: Mit Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg, Prorektorin Beatrix Busse, Hans-Georg Kräusslich vom Universitätsklinikum Heidelberg oder Jan Lohmann vom Centre for Organismal Studies waren wichtige Vertreter der Heidelberger Wissenschaften anwesend. Hans-Georg Kräusslich vom Universitätsklinikum Heidelberg und Prodekan für Forschung betonte in seiner Rede die entscheidende Rolle von neuen Kommunikationsorten an der Uni: „In unseren Gebäuden ist es wichtig, dass wir für die eigentliche Forschung adäquate Räume haben. Diese Bereiche müssen Flexibilität aufweisen und leicht veränderbar sein. Neben den Forschungsräumen sind aber besonders die Kommunikationsbereiche von zentraler Bedeutung. Diese müssen eine neue Art des Zusammentreffens und einen kreativen Austausch unter den Forschern ermöglichen.“

Es bedarf einer offenen Diskussion in der Stadt

Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg, wünschte sich in der Abschlussdiskussion ein Denken ohne Scheuklappen: „Wie vernetzen sich die Standorte räumlich so miteinander, dass ein interdisziplinäres Forschungsklima entsteht? Hier können Uni, Stadt und IBA gemeinsam etwas bewegen. Aber dazu brauchen wir einen großen Wurf und vor allem eine offene Diskussion in der Stadt über die Entwicklungsmöglichkeiten der Universität.“

Die Ergebnisse aus der Konferenz werden in einer Dokumentation zusammengestellt und der Öffentlichkeit auf der Internetseite der IBA zeitnah zugänglich gemacht.

Mit freundlicher Unterstützung durch unseren Hauptsponsor Eternit AG.

Dokumentation

Hier finden Sie die Vorträge der Referenten des dritten IBA_LABs:

Christoph Badelt, Wirtschaftsuniversität Wien

Die Gunst der Stunde – der Neubau der WU
Zum Vortrag

Jan Lohmann, Universität Heidelberg

(M)ein Lebensweg
Zum Vortrag

Beatrix Busse, Universität Heidelberg

Place-making für Bildungsorte
Zum Vortrag

Dietmar Eberle, be Holding AG und ETH Zürich

200 100 50 20 10
Zum Vortrag

Hans-Georg Kräusslich, Universitätsklinikum Heidelberg

The Importance of the coffeetable
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Julian Weyer, C.F. Møller, Kopenhagen

Universität und Forschung als Teil der Stadt
Zum Vortrag

Wolfgang Kowalsky, TU Braunschweig, IL Heidelberg

Räume für die organische Optoelektronik
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Volker Staab, Staab Architekten, Berlin

Vernetztes Wissen – autistische Bauten?
Zum Vortrag

Tanja Brühl, Goethe-Universität Frankfurt

Zur Konstruktion von Freiräumen
Zum Vortrag

Laura P. Spinadel, BUSarchitektur, Wien

Was bedeutet Urbanität in der heutigen Zeit?
Zum Vortrag