Zweites Bürgerforum zum Patrick-Henry-Village

Winy Maas und Carlo Ratti präsentieren der Öffentlichkeit ihre Szenarien zum PHV / IBA lädt ein, Szenarien zu kommentieren

Freitag, 23.09.2016
ab 17:30 Uhr IBA_GAME | 20.000 Blocks
ab 18:00 Uhr Präsentation der Szenarien
DEZERNAT 16 | Emil-Maier-Str. 16 | 69115 Heidelberg

Die Erarbeitung einer Entwicklungsvision für das Patrick-Henry-Village, Heidelbergs größte Konversionsfläche, schreitet voran: Beim zweiten Bürgerforum zum PHV am Freitag, dem 23. September ab 18.00 Uhr im Dezernat 16 in Heidelberg, stellen die Planer Winy Maas und Carlo Ratti ihre Szenarien zu den Themenfeldern „Wissenschaften und Wirtschaft“ sowie „Vernetzungen und Infrastruktur“ für die ehemalige US-Fläche vor. Auch das Thema „Wohnen“ sollte von beiden Teams gleichermaßen mitbearbeitet werden. Gemeinsam mit der IBA, der Stadt Heidelberg und der Heidelberger Stadtgesellschaft haben die Planer der renommierten Architektur- und Städtebaubüros aus Rotterdam und Turin seit Mai 2016 an den thematischen Szenarien gearbeitet. Im Anschluss an die Präsentationen lädt die IBA die Bürgerinnen und Bürger ein, weitere Impulse zu den Themen beizutragen und Rückfragen zu stellen.

Winy Maas präsentiert Ideen zu Verortung von Wissenschaft und Wirtschaft im PHV
Für Heidelberg ist eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft unerlässlich – welche Stadträume und Gebäude sind dafür im Patrick-Henry-Village erforderlich? Mit dieser Frage beschäftigt sich für die IBA Winy Maas von MVRDV, ein in der ganzen Welt bekanntes Architektur- und Planungsbüro. Am 14. Juni hielt Maas zum Auftakt seiner Arbeit in Heidelberg einen Fachvortrag, bevor er am nächsten Tag mit rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Universität, Verwaltung und Stadtgesellschaft in einem Workshop erste Ideen zum PHV spann. Bei einem anschließenden Feedbacktermin am 11. Juli wurden seine Zwischenergebnisse mit den Teilnehmenden erneut diskutiert. Das Büro MVRDV formulierte aus den gesammelten Impulsen ein mögliches Szenario für das PHV, welches Winy Maas beim zweiten Bürgerforum vorstellen wird.

Carlo Ratti stellt Szenario zur digitalen Vernetzung und Infrastruktur vor
Die real gebaute Stadt wird immer digitaler: Welche Auswirkungen hat digitales Planen beziehungsweise digitales Managen von Energie, Infrastruktur und Mobilität auf die Stadt und ihre Bewohner? Wie sehen öffentliche Räume und Verkehr in der „Digitalen Stadt“ aus? Mit diesem Themenfeld befasst sich Carlo Ratti vom MIT in Boston und Vordenker in der Diskussion um „Senseable Cities“. Am 30. Juni fiel der Startschuss für Ratti und sein Team aus dem Planungsbüro in Turin, für das PHV ein mögliches Zukunftsszenario zum Themenbereich „Vernetzung und Infrastruktur“ zu entwickeln. Eine Workshopgruppe aus über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Heidelberg und ganz Deutschland kam zu einem Workshop zusammen, um verschiedenste Perspektiven und Fachmeinungen auf einen Tisch zu legen – aus denen das Team um Ratti dann eine Vision entwickeln sollte. Die zentralen Ergebnisse dieses Prozesses präsentiert Ratti ebenfalls am 23. September.

Kees Christiaanse kommentiert die Entwurfsszenarien
Beide Szenarien werden unmittelbar darauf von Städtebauer Kees Christiaanse kommentiert. Seine Aufgabe ist es, alle im Prozess gesammelten Impulse und Ideen der Bürger und Fachplaner zu einer gesamten Entwicklungsversion für die ehemalige US-Militärfläche zusammenzufügen:
Die Szenarien von Winy Maas und Carlo Ratti, sowie zwei weitere Szenarien, von Markus Neppl (ASTOC) zu dem Themenfeld „Bildung und Lernräume“, Herbert Dreiseitl (Ramboll Liveable Cities Lab) und Katrin Bohn (University of Brighton) zu „Stoffkreiseläufen“ in der Stadt bilden die Grundlage seiner Arbeit. Neppl, Dreiseitl und Bohn präsentieren ihre Entwurfsszenarien beim dritten PHV-Bürgerforum der IBA am 15. Dezember 2016 und können wiederum kommentiert werden. Am 29. März 2017 zum vierten Bürgerforum wird Kees Christiaanse der Öffentlichkeit dann seine Entwicklungsvision vorstellen. Ausschnitte der jeweiligen Präsentationen werden nach den Veranstaltungen auf der Website der IBA Heidelberg einsehbar sein.

Dialogphase – Zeit für Impulse und Rückfragen der Bürger
Nach den Präsentationen der beiden Planerteams und dem Kommentar von Kees Christiaanse wird an Infotischen die Möglichkeit zum Austausch angeboten: Vertreterinnen und Vertreter der verantwortlichen Planungsbüros werden für Rückfragen zur Verfügung stehen. Die Bürgerschaft hat bei diesem Bürgerforum die Möglichkeit, sich inhaltlich zu beteiligen, die erstellten Szenarien zu diskutieren sowie Anregungen zu diesen zu geben.

Spielend den neuen Stadtteil entwerfen – mit dem IBA_GAME | 20.000 Blocks
Auch Jugendliche möchte die IBA als zukünftige Nutzer des Patrick-Henry-Village ansprechen. Die Digital Design Unit der TU Darmstadt hat daher eigens für den Planungsprozess zum PHV das Computerspiel IBA GAME | 20.000 Blocks aufbauend auf das Simulationsspiel Minecraft entwickelt. Minecraft ist das meistverkaufte Computerspiel aller Zeiten. In dem Spiel besteht die ganze Welt aus Würfeln, die man als Baumaterial nutzen kann – ein Labor für Kreativität und architektonische Experimente. In der Heidelberg-Version des Spiels können die Spielerinnen und Spieler (ab 14 bis 99 Jahre) ihre ganz eigenen Utopien für das neue Stadtquartier in Heidelberg entwerfen, ohne Architektur- oder Stadtplanungsvorkenntnisse, aber mit viel Fantasie. Beim zweiten (wie dem dritten) Bürgerforum kann das IBA_GAME | 20.000 Blocks ab 17:30 Uhr im Dezernat 16 gespielt werden: Zehn Computer stehen bereit, der Eintritt ist frei und alle sind willkommen. Die interessantesten Stadtentwürfe aus dem Spiel werden dem Städtebauer Kees Christiaanse als Inspiration für seine Entwicklungsvision für das Patrick-Henry-Village mitgegeben. Außerdem werden sie bei dem abschließenden Bürgerforum zum Prozess im Februar 2017 in einer Ausstellung gezeigt. Das Spiel ist ab dem 23. September 2016 auch jederzeit online spielbar unter: www.20000blocks.wordpress.com.

Das IBA_GAME | 20.000 Blocks wird realisiert mit freundlicher Unterstützung von Eternit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.iba.heidelberg.de.