Das BIO* | Anne-Katharina Döhle

Der Besucher soll in dieser Architektur vermittelt bekommen, wie wichtig und lebensnotwendig der Erhalt und der Schutz der biologischen Vielfalt für uns, den Menschen, ist. Um die „Natur“ zu schützen, ist direkte Naturerfahrung unabdingbar. Als gestalterische Inspiration dient die Heidelberger Romantik: Der Romantiker sehnte sich nach einer Einheit und Verschmelzung von Natur und Geist.
Das Biodiversitätszentrum befindet sich am Neckarbogen in sehr exponierter Lage. Um diese Besonderheit zu betonen, aber auch eine Anspielung auf die Naturverbundenheit der Romantiker zu machen, schlage ich hier ein monolithisches Bauwerk vor, welches den Bezug zur Stadt und zur Ruine aufnimmt und dabei einen starken Kontrast zum Zoo eingeht. Auf dem 100 Meter hohen Gebäude findet der Besucher den unverstellten Überblick über seine Umgebung, er wird somit zum Betrachter seines eigenen Lebensraumes. Das auf Gegensätzen basierende Stilmittel der Romantik bildet die Grundlage des Raumkonzeptes: Während der Besucher der Schlossruine mühsam die Treppen emporsteigen muss, wird er hier direkt mit dem Aufzug auf die große Aussichtsplattform transportiert, von wo aus ihm in einem großen lichtdurchfluteten Raum ein 360-Grad-Blick auf die Umgebung geboten wird. Von dort aus wickelt sich der Weg des Besuchers über Treppenanlagen nach unten ab. Der Weg führt vom großen Ganzen ins Detail.