Das BIO | Michael Tanz

Das Grundstück befindet sich im Westen des Heidelberger Stadtteils Neuenheim am direkten Neckarufer. Es schließt im Südosten an das bestehende Zooareal an. Charakteristisch markiert ist das Gelände durch einen in Ost-West-Richtung verlaufenden Höhenversprung von wenigen Metern.
Das BIO positioniert sich am direkten Ostende des Zoos im Bereich zwischen Neckar, Klinikgebäuden, Studentenwohnheimen, dem Neckarufer und den Gehegen des Zoos, es gräbt sich gewissermaßen in das Gelände ein. Die Kubatur entwickelte sich aus der Idee eines leicht schwebenden steinernen Quaders in den polymorphe Einschnitte und Öffnungen gestanzt sind. Die Auskragung schafft eine Signalwirkung und definiert den großzügig überdachten Haupteingang des Biozentrums.
Die Idee der Interaktion zwischen innen und außen ist die leitende Idee des Innenraumkonzepts. Der Besucher soll jederzeit während seines Besuches in den Ausstellungsflächen gleichzeitigen Kontakt zu einer didaktischen Ausstellungsfläche und dem Außenraum verspüren.
Nicht zuletzt ist es der Anspruch des BIO, sich nicht nur auf die Ausstellung des Themas “Biodiversität” zu verfestigen. Ziel ist es auch, eigenständig Biodiversiät zu generieren. Die Patios fungieren als natürliche Ausstellungsfläche für Pflanzen und bieten zusätzlich Lebensraum für Kleintiere. Auch die Fassade stellt ein zusätzliches Milieu für Biodiversität dar. Ein neu entwickelter „Biobeton“ beschleunigt das natürliche Wachstum von pigmentierten Organismen und wertet das Erscheinungsbild der Fassade in einem Zeitraum von höchstens einem Jahr deutlich auf; die Fassade wird lebhaft und interessant. Der auffällige Fassadeneffekt lässt den Besucher bereits erahnen, welchen Inhalt die Architektur haben könnte.