2. Preis: Kulturcluster | Arthur Neznanow

Bewertung der Jury:

Der Entwurf erfasst sehr differenziert den Bestand, entwickelt das Areal konsequent weiter und übersetzt das Vorgefundene in zeitgemäße Strukturen. Der Gebäudebestand bleibt im Wesentlichen unangetastet, Ergänzungen werden als Kontrapunkt gesetzt.
Ein differenziertes Nutzungskonzept, das verschiedene Schwerpunkte für den Bestand ausweist (Wissen, Freizeit, Soziales, Kultur/Gastronomie) wird im neuen Gebäude mit dem Schwerpunkt Kreativ-Schaffende plausibel weiterentwickelt. Der Entwurf überzeugt durch ein einfaches städtebauliches Konzept:
Die bauliche Dimension des fünfgeschossigen Baukörpers im Inneren des Landfried-Areals wird als Eckbebauung Mittermaierstraße/Alte Eppelheimer Straße neu interpretiert. Eine Platzfläche im Untergeschoss bildet im Außenraum die neue Mitte des Quartiers, die die Bestandsgebäude auf einen Sockel stellen. Dies verdeutlicht einerseits den respektvollen Umgang mit dem Vorgefundenen, wird aber andererseits als unangemessen großstädtische Geste eher kritisch bewertet. Das neue Gebäude bietet als “Zentrum für Kreativschaffende” innerhalb einer modularen Struktur aus Stahlelementen Flächen für Ateliers, Büros und Ausstellungsräume an. Die flexible Gebäudestruktur lässt Raum für Aneignung und unterschiedliche Bedürfnisse. Das EG vernetzt sich intensiv mit dem Außenraum. Im Inneren entwickeln sich um ein Atrium, geschossweise unterschiedliche Galerieebenen mit interessanten Durchblicken. Die horizontale Erschließung dient als lebendige und wandelbare Kommunikationszone. Der spielerische Umgang mit den Modulen zeichnet sich auch durch Einschnitte in der Fassade ab.
Insgesamt ist die Arbeit sehr stimmig und engagiert.