Lorenz Boigner

Der Entwurf soll den gewachsenen, teilweise improvisierten Charakter des Areals aufgreifen und so die Atmosphäre eines Kreativquartiers unterstreichen. Auf dem Gelände werden drei weitere Gebäude platziert. Südwestlich liegt zum einen ein runder überkonfessioneller Gebetsraum. Des Weiteren markiert das X-Gebäude den Platz vor dem Welcome Center und ist städtebaulich quasi der Gegenspieler zum Verwaltungsbau. Im X befindet sich ein „Magafé“, ein Café zum Lesen von Magazinen. Das Hauptgebäude „Kulturwerk“ ist die Begegnungsstätte von Kultur- und Wissensträgern. Es schirmt das Gelände zu der Straße hin ab und öffnet sich gleichzeitig zum Areal. Die Rampe holt die Besucher und Passanten am Eingang des Geländes ab und führt sie ins Innere, das in einen privaten und einen halböffentlichen U-förmigen Bereich aufgeteilt ist. Es sollen möglichst viele unterschiedliche Akteure eingeladen und angesiedelt werden, so dass am Ende eine „Bibliothek des individuellen Wissens“ entsteht. Als Leitsystem erstreckt sich über das ganze Areal ein Bodenbelag als „gemusterter Teppich“.

Bewertung der Jury:

Die Arbeit nimmt sich die temporäre Zwischennutzung als Thema: Die hier vorgeschlagenen Bauten könnten mit geringem Mitteleinsatz realisiert werden. Dieser Aspekt ist einzigartig im Vergleich mit den anderen Arbeiten. Jedoch wirken die Eingänge zum Quartier „gequetscht“, die angestrebte Transparenz der Gebäude gelingt nicht und die Nutzungsflexibilität scheint zu gering.