Tuan Nguyen

Die Leitidee des Entwurfs entspringt aus der gegenwärtigen städtebaulichen Situation: Ziel ist es, das besondere Potenzial Bergheims zu nutzen. Dies wird in mehreren Bauphasen erreicht und das Areal verdichtet. Zum Bahnhof hin entsteht ein städtischer Platz, der durch die maximale Verdichtung der Umgebung gerechtfertigt wird. Als Folgeschritt ist die Renovierung der Passage zum Bahnhof hin mitgedacht. Der Platz kann flexibel je nach Veranstaltung und Wetter genutzt werden. Die Platzgestaltung, sowie die Nutzungsverteilung der Neubauten zielen auf eine maximale Flexibilität ab.
Auf dem Mittelbau aufgestockt entsteht das neue Konferenzzentrum als Wahrzeichen. Die Architektur bildet einen Kontrast zwischen neuer und alter Struktur. Der Neubau Kreativfabrik ist mit einem „informellen Kern“ als flexibel nutzbares Gebäude konzipiert.

Bewertung der Jury:

Das Alleinstellungsmerkmal der Arbeit bildet ein im Süden des Areals ausgebildeter Platz sowie die Aufstockung dreier Baukörper, die einen Spagat zwischen alter und neuer Ästhetik schaffen. Die Arbeit schlägt Gebäude vor, die zugleich flexibel und spezifisch sind. Zudem trifft sie architektonisch spannende Aussagen durch das als Spirale gedachte Kreativwirtschaftszentrum. Die Arbeit wird von der Jury zum einen als preiswürdig empfunden, weil sie eine neue und starke Idee zur Gesamtausrichtung des Quartiers liefert, die sich von den anderen Arbeiten unterscheidet. Jedoch bietet der Entwurf eine für das Landfried-Areal vergleichsweise weniger maßgeschneiderte Lösung. Eine Frage an die Arbeit ist etwa, inwieweit die massive Überbauung des denkmalgeschützten Kesselhauses den Eigenschaften des Quartiers gerecht wird. Auch die vorgeschlagene Aushebung eines Tiefplatzes ist eine eher pauschale Maßnahme, die dem Quartier weniger gerecht wird.