KURATORIUM | Der Expertenrat der IBA

Das Kuratorium der IBA Heidelberg ist mit Experten aus Planung, Wissenschaft und Wirtschaft interdisziplinär besetzt. Der Expertenrat berät die IBA bei ihrer programmatischen und kommunikativen Ausrichtung. Die Mitglieder unterstützen zudem bei der Vermarktung der IBA und verbinden die IBA Heidelberg mit einem internationalen Netzwerk.

Prof. Dr. Stephen Craig | Künstler | Karlsruhe Institute of Technology (KIT) | Högel

Stephen Craig (* 1960) studierte u. a. am College of the Arts in Sydney, der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und der Rijksakademie van beeldende Kunsten in Amsterdam. An der Hochschule für Bildende Künste war er Assistent von Olaf Metzel. Seit 2001 ist er Professor Visual Arts am KIT Karlsruhe. Stephen Craig hat das Arbeiten mit dem Öffentlichen Raum zum zentralen Thema seiner Skulpturen, Installationen bzw. Bauwerke gemacht, z. B. im Wishing Well für München-Riem. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, wie z. B. den Ludwig-Gies-Preis der LETTER Stiftung in Köln, den Overbeckpreis in Lübeck, den Kunstpreis der Adolf-Luther-Stiftung in Krefeld oder den Kuratoriumspreis des Kunstvereins Mannheim. Seine Arbeiten im Öffentlichen Raum wurden im Rahmen des Sonderpreises des Deutschen Städtebaupreis 2006 und des European Urban- and Regionalplanning Award 2008 ausgezeichnet.

Johan Deburchgrave | Direktor | Etex-Forschungs- und Entwicklungs-Center Redco | Brüssel

Johan Deburchgrave (* 1966) schloss an der Katholischen Universität in Leuven (Belgien) zunächst sein Studium des Maschinenbaus als Diplom-Ingenieur ab. Es folgte ein Studium des Business Management bevor er ebendort 1992 seinen Master of Business Administration machte. Bereits seit 1990 ist er bei der Belgischen Etex Group tätig. Zunächst bei Eternit EV (Belgien), dann bei Promat International NV (Belgien), wo er bis zum Geschäftsführer aufstieg. Vorher absolvierte er an der Vlerick Leuven Ghent Management School das Advance Management Program und 2010 wechselte er als Geschäftsführer zur Eternit AG (Deutschland) mit Sitz in Heidelberg. Seit dem 01. Januar 2014 ist er Direktor des Etex-Forschungs- und Entwicklungs-Centers Redco in Brüssel.

Angelika Fitz | Direktorin Architekturzentrum Wien | Wien

Angelika Fitz ist Kulturtheoretikerin, Stadtforscherin, Autorin und Kuratorin, seit 1998 mit eigenem Büro in Wien. Sie entwickelt Projekte an den Schnittstellen von Architektur, Kunst und Urbanismus für internationale Museen, Ministerien, Gemeinden und Kulturinstitute. Viele dieser Projekte produzieren Plattformen für den Wissenstransfer zwischen Kunst, Forschung und Gesellschaft und zwischen Kulturen. Zwischen 1998 und 2005 hat sie mehrere Projekte im südasiatischen Raum realisiert. 2003 und 2005 war sie Kommissärin für den österreichischen Beitrag zur Architekturbiennale Sao Paulo. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellungen “Realstadt” und “Generationenstadt” sowie die internationalen Plattformen “We-Traders. Tausche Krise gegen Stadt” und “Weltstadt. Wer macht die Stadt?”. Sie nimmt internationale Publikations-, Lehr- und Vortragstätigkeiten wahr und war Gastprofessorin am future.lab der TU Wien. Zudem ist sie Direktorin des Architekturzentrum Wien sowie Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur.

Annette Friedrich* | Stadtplanerin I Stadtbaudirektorin, Leiterin des Stadtplanungsamtes der Stadt Heidelberg

Aufgewachsen in Berlin, studierte Annette Friedrich (* 1957) Architektur an der Sankt-Petersburger Staatlichen Universität für Architektur und Baukunst. Bis 2003 arbeitete sie im Stadtplanungsamt Dresden, zuletzt als Leiterin der Abteilung “Verbindliche Bauleitplanung und Stadtgestaltung” sowie als stellvertretende Amtsleiterin. Seit 2004 ist Annette Friedrich Leiterin des Stadtplanungsamts Heidelberg und hat in dieser Funktion die IBA maßgeblich mitvorbereitet. Sie hat Lehraufträge an der TU Dresden und der SRH Hochschule Heidelberg, ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, der Fachkommission Stadtplanung des Deutschen Städtetags, sowie zahlreicher Jurys und Preisgerichtsverfahren, u. a. der Jury des Deutschen Städtebaupreis 2008/2010. Sie hat zahlreiche Beiträge zu Architektur und Städtebau veröffentlicht.

Prof. Undine Giseke | Landschaftsarchitektin I TU Berlin

Undine Giseke (* 1956) studierte Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur an der TU Berlin. Sie ist Mitinhaberin des Landschaftsplanungsbüros “bgmr”. Ihre Arbeiten umfassen Projekte wie z. B. die Bildungslandschaft am Klieversberg in Wolfsburg, ein Stadtraum- und Ausgleichskonzept für den Wissenschaftspark Berlin-Johannisthal/Adlershof sowie den Campus der TU-Berlin am Landwehrkanal und wurden mehrfach ausgezeichnet. Neben ihrer praktizierenden Tätigkeit hat sie sich seit ihrer Berufung an die TU Berlin mit dem zeitgenössischen Phänomen der Landschaftsentwicklung national und international auseinandergesetzt. Dabei spielte sie in der Konzeptionierung zeitgenössischer Landschaftskonzepte, beispielsweise in Form des urban gardening, eine maßgebliche Rolle. Seit 2003 leitet sie das Fachgebiet “Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung” an der TU Berlin. Sie ist Mitglied verschiedener Fachbeiräte, so z. B. des vorbereitenden Beirats der IBA Heidelberg.

Prof. Ernst Hubeli | Städtebauer I TU Graz | Zürich

Ernst Hubeli (* 1947) studierte Städtebau und Architektur. Er ist Inhaber des Büros “Herczog Hubeli GmbH” in Zürich, das sich seit vielen Jahren mit Bauten und Projekten an den Nahtstellen von Urbanismus, Architektur und Kulturpolitik befasst. Von 1982 bis 2000 war er Chefredakteur der renommierten schweizerischen Architekturzeitschrift “werk, bauen + wohnen”, danach Leiter des Instituts für Städtebau an der Technischen Universität Graz, wo er im Field of Excellence zu urbanen Zukunftsszenarien innerhalb neuer Wachstumsgrenzen forschte. Seine international bekannten Projekte sind z. B. der Gestaltungsplan für das Gesamtareal Sulzer-Escher-Wyss in Zürich-West, die Realisierung einer dortigen Umnutzung, Überbauung und Erweiterung in Mischnutzung mit u. a. 140 Wohnungen unterschiedlicher Typologie sowie das Umnutzungskonzept des Toni-Areals in Mischnutzung inkl. einer Hochschule. Weiterhin forscht Ernst Hubeli zu den Grundlagen des Städtebaus und setzt sich in diesem Kontext mit den Phänomenen der sich verändernden europäischen Stadt auseinander. So veröffentlichte er u. a das Buch “100% Stadt – der Abschied vom Nicht-Städtischen”. In Zusammenarbeit mit den Montag Stiftungen in Köln beschäftigt er sich seit Jahren mit der Architektur von Bildungsbauten.

Prof. Dr. Iain W. Mattaj* | Biochemiker I Generaldirektor EMBL I Heidelberg

Aufgewachsen in St. Andrews (Schottland), studierte Iain W. Mattaj (* 1952) zunächst in Edinburgh, um dann in Leeds zu promovieren. Im Anschluss forschte er zunächst am Freidrich Miescher Institut, dann am Biocentre der Universität in Basel. In 1985 wurde er Gruppenleiter im European Molecular Biology Laboratory (EMBL) Heidelberg, 1990 Koordinator der Abteilung Genexpression und 1999 Wissenschaftlicher Direktor, um 2005 zum Generaldirektor berufen zu werden. Seine eigenen Forschungen u. a. im Bereich Ribonukleinproteine, RNA-Komponenten und –Interaktion haben internationale Aufmerksamkeit erhalten, so wurde er 2001 mit dem Louis-Jeantet-Preis für Medizin geehrt. Zu seinen weiteren zahlreichen Auszeichnungen zählen die Ehrendoktorwürde der Universität Edinburgh und der Universität Dundee, seine Berufung zum Fellow der Royal Society (London), seine Mitgliedschaft in der Academia Europaea, seine Ehrenmitgliedschaft in der American Academy of Arts and Science und seine Berufung zum Trustee des Darwin Trusts, der den Forschungsnachwuchs aus Entwicklungsländern fördert. Iain Mattaj ist Mitglied in zahlreichen internationalen wissenschaftlichen Beiräten, so als ehemaliger Vorsitzender des EIROforum, dem Zusammenschluss der acht größten europäischen Forschungsorganisationen, und Honorarprofessor an der Fakultät für Biowissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg.

Prof. Dr. Ulf Matthiesen | Stadtethnologe I HU Berlin

Ulf Matthiesen (* 1943) ist Ethnologe. Er studierte Soziologie, Philosophie und Jura in Freiburg, Frankfurt und Paris. Er arbeitet am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte richten sich zum einen auf Interdependenzen zwischen Wissen, Wissenschaft und Stadtregionen. Daneben untersucht er zum anderen in vergleichender Perspektive Eigenlogiken von Metropolen-Kulturen und sozialen Milieus im Kontext innovativer Raumpioniernetzwerke. Er war gemeinsam mit Prof. Dr. Ingrid Breckner und Prof. Dr. Klaus R. Kunzmann mit der Erarbeitung von Bausteinen für ein Memorandum der IBA Heidelberg beauftragt. In diesen Grundlagenarbeiten zur Vorbereitung einer IBA Heidelberg “Wissen | schafft | Stadt“ skizzierte er Strategien und Perspektiven für Heidelbergs weitere Entwicklung zur europäischen Wissenschaftsstadt.

Bernd Müller* | Architekt, Baudirektor | Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim und Heidelberg

Nach dem Studium der Architektur an der Universität Karlsruhe war Bernd Müller (* 1954) bis 2004 beim Universitätsbauamt Heidelberg angestellt. Anschließend war er als Amtsvorstand des Staatlichen Hochbauamtes Heidelberg bereits für die Kasernenanlagen in Mannheim und Heidelberg zuständig, bevor er 2010 Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim wurde. Seit dessen Fusion mit dem Universitätsbauamt Heidelberg im Juli 2015 ist er Leiter des neuen Amtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Mannheim und Heidelberg. Seit 2007 ist er zudem Stellvertretender Fachpreisrichter in den Realisierungswettbewerben „Neubau Studentenwohnheim im Neuenheimer Feld Heidelberg“, „Städtebauliche Neuordnung und Wohnbebauung im Altklinikum Heidelberg“ und „Neubau Studentenwohnheim Klausenpfad, Heidelberg“. Daneben nimmt er verschiedene Autoren- und Vortragstätigkeiten wahr, beispielsweise in China, Argentinien oder Chile. Er ist u. a. Initiator und Organisator der „Heidelberger Schlossgespräche – Reden über Architektur“.

Prof. Volker Staab | Architekt I TU Braunschweig I Berlin

Volker Staab (* 1957) studierte Architektur an der ETH Zürich. Zwischen 1985 und 1990 war er Mitarbeiter im Büro “Bangert, Jansen, Scholz und Schultes” in Berlin. 1991 gründete er das Architekturbüro Volker Staab. Nach verschiedenen Professuren u. a. in Münster und Berlin lehrt und forscht er seit 2012 an der TU Braunschweig. Er ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin sowie des Beirats der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Um- und Neubau von Museen (z. B. Neues Museum Nürnberg und Albertinum Dresden) und von Bildungseinrichtungen (z. B. German International School in Sydney), Forschungs- und Laborbauten, so u. a. für die Universitäten Augsburg, Darmstadt, Potsdam, Rostock, Heidelberg, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie für das Fraunhofer- und Max-Planck-Institut.

Dr. Karl-Heinz Imhäuser | Vorstand der Carl Richard Montag Förderstiftung | Bonn

Dr. Karl-Heinz Imhäuser ist Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, einer eigenständigen gemeinnützigen Stiftung im Verbund der Montag Stiftungen in Bonn. Getragen von einer inklusiven Grundhaltung engagiert sie sich für die Gestaltung eines Gemeinwesens, in dem alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können. Seit Mai 2017 ist er zudem Vorstand des Stiftungsbundes Carl Richard Montag. Karl-Heinz Imhäuser war zwanzig Jahre Lehrer an Förder-, Haupt- und Realschulen und hat neben seiner wissenschaftlichen Forschungs- und Lehrtätigkeit an Hochschulen und Landesinstituten auch eine Ausbildung zum Feldenkraislehrer und zum Trainer für „Selbstorganisiertes Lernen“ absolviert. Er ist mitverantwortlich für die Herausgeberschaft der Reihe „Inklusive Pädagogik“ im Beltz Verlag und Mitglied des Expertenkreises „Inklusive Bildung“ der Deutschen UNESCO-Kommission e. V. Bonn.

PD Dr. Silke Steets | Soziologin I TU Berlin | Leipzig

Silke Steets (* 1973) studierte Soziologie, Philosophie und Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main und St. Louis. Nach Abschluss ihres Studiums nahm sie am Postgraduiertenkolleg “Event City” der Stiftung Bauhaus Dessau teil und wechselte 2002 an die TU Darmstadt, wo sie 2007 promovierte und sich 2013 habilitierte. 2012 forschte sie für sechs Monate als Visiting Scholar am Institute on Culture, Religion and World Affairs (CURA) der Boston University. Von 2013 bis 2015 vertrat sie
die Professur für Stadt- und Raumsoziologie an der TU Darmstadt. Derzeit koordiniert sie die Ausarbeitung eines Antrages auf einen Sonderforschungsbereich zur “Re-Figuration von Räumen” an der TU Berlin und ist Gastwissenschaftlerin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. In ihrem jüngsten Buch “Der sinnhafte Aufbau der gebauten Welt”, das 2015 im Suhrkamp-Verlag erschienen ist, entwickelte sie eine wissenssoziologische Architekturtheorie. Zu ihren weiteren Interessen zählen Fragen im Schnittpunkt von Stadt, Raum, Religion, Popkultur und Kunst im öffentlichen Raum.

Siegfried Zedler* | Oberstudiendirektor des Heidelberger Helmholtz-Gymnasiums | Geschäftsführer der Heidelberger Gymnasien

Siegfried Zedler (* 1954) studierte Mathematik und Sport, später noch Astronomie in Heidelberg. Nach Abschluss des Studiums war er an Gymnasien in Lahr, Emmendingen, Calw und Mannheim tätig, bis er mit dem Helmholtz-Gymnasium Heidelberg seine Traumschule gefunden hat. Die Betreuung von Wettbewerbsgruppen in Mathematik und Sport, Hochbegabtenförderung in Mathematik und Astronomie, die Mitarbeit bei verschiedenen mathematischen und astronomischen Fachzeitschriften und auf Lehrerfortbildungen im Fach Astronomie waren die Schritte hin zu Leitungsaufgaben: zunächst als Studiendirektor (Leiter des Astronomischen Lehrzentrums), dann als stellvertretender Schulleiter, schließlich als Schulleiter und aktuell als geschäftsführender Schulleiter. Sein besonderes Augenmerk gilt der Schul- und Qualitätsentwicklung.

* Diese Mitglieder sind wegen ihres direkten Bezuges zu Heidelberg nicht stimmberechtigt.