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Doppelter Grund zur Freude für IBA-Projekt: Elisabeth-von-Thadden-Schule feiert Rückkehr aller Schüler*innen in den Präsenzunterricht und Spatenstich für den Neubau

Bei der Elisabeth-von-Thadden-Schule in Wieblingen gab es am heutigen Freitag gleich zwei Gründe zum Feiern: Nach der erfolgreichen Rückkehr der letzten Klassen in den Präsenzunterricht am 15. Juni stand nun auch der offizielle Spatenstich für den geplanten Neubau, einem Projekt der IBA Heidelberg, an. Nach dem Abbruch der alten Gymnastikhalle im März ist das Baufeld soweit für die weiteren Bauarbeiten vorbereitet. Die Schule feierte den doppelten Anlass im Rahmen des Spatenstichs am 26. Juni 2020 gemäß der aktuellen Corona-Regeln im Kreis von rund 80 geladenen Gästen.

Thadden-Schulleiter Dr. Heinz-Martin Döpp: »Wir freuen uns, dass wir alle Schüler*innen, wenn auch im wechselnden Turnus, wieder vollständig im Präsenzunterricht begrüßen können. Umso größer ist die Vorfreude auf eine angemessene bauliche Umsetzung unseres zukunftweisenden Schulkonzepts für die Mittelstufe. Die Bauarbeiten sind im Zeitplan und wir sind zuversichtlich, Ende des kommenden Jahres gemeinsam unser neues Schulgebäude beziehen zu können.«

Mit dem Spatenstich für den Neubau haben Thadden-Schulleiter Dr. Heinz-Martin Döpp, Friederike Heidland (Vorsitzende der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden), Carl Zillich (IBA Heidelberg) und Schulpfarrerin Petra Erl zusammen mit den Architekt*innen am 26. Juni 2020 den Grundstock für die Entstehung eines zeitgemäßen Lernortes gelegt. Anstelle der alten Gymnastikhalle wird im Thadden-Park ein dreigeschossiges Gebäude entstehen, das aktuelle, klassenübergreifende Konzepte für die Mittelstufe schafft sowie Einfeldsporthalle und Aula direkt aus dem Stadtteil zugänglich macht.

Für Teamarbeit der Lehrpersonen, Schüler*innen-Coaching, eigenverantwortliches Lernen sowie Projektarbeit ermöglicht die zukünftige Architektur eine flexible Raumnutzung. Der Entwurf ist das Ergebnis eines neuartigen, dialogorientierten Planungsprozesses, der unter Federführung der IBA Heidelberg Schulgemeinschaft, Schulbauexpert*innen der Montag-Stiftung sowie den Stadtteil involvierte: »Wie die Pädagogik sieht sich auch der Schulbau immer neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Um beide Innovationspfade zusammenzuführen, haben wir einen Dialogprozess mit der ›Schulfamilie‹ unterstützt, der die pädagogischen Konzepte am Thadden in ein passendes Raumprogramm überführte«, erläutert Carl Zillich, Kuratorischer Leiter der IBA Heidelberg. »Die Hamburger Architektin und Schulbauexpertin Kirstin Bartels von Cityförster hat den Geist des Thadden überzeugend in eine pädagogische Architektur für das 21. Jahrhundert übersetzt und sich so in dem experimentellen, international besetzten Werkstattverfahren durchgesetzt.« 

Die Planung und Realisierung des Neubaus entsteht in enger Kooperation mit Rüdiger Trager vom Heidelberger Büro ap88. Die Fertigstellung ist im Dezember 2021 geplant. Die Baukosten liegen bei ca. 9 Mio. Euro. Der Schulbetrieb wird durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt.

Der Architekturentwurf im Detail

Über der neuen, in Beton errichteten Sporthalle, die bis zur Hälfte ihrer Höhe in das Erdreich eingesenkt wird, erheben sich in Holzbauweise zwei Geschosse mit den Lernbereichen der Jahrgänge 8 und 9. Ähnlich einem Dorfzentrum gruppieren sich die »Klassenhäuser« eines Jahrgangs zusammen mit einer »Arena«, einer Kreativ-Werkstatt und einer Teamstation um den »Marktplatz«. Dieser ist als ein flexibler Lernort konzipiert, an dem in unterschiedlichen Settings und Gruppengrößen gearbeitet werden kann oder informeller Austausch stattfindet. Zum Park hin öffnen sich die Geschosse mit einer breiten Fensterfront, Terrasse und Balkon. Die Architektur passt sich dabei in ihrer Kleinteiligkeit und Materialität den Gebäuden in der Umgebung mit ihren Giebeldächern, Ziegelfassaden und leicht gegeneinander verdrehten Häusern an. Dabei ist das Gebäude nach modernsten Standards geplant.

Mit einem großzügigen Eingangsbereich in der umlaufenden Mauer wird der Zugang von der Mannheimer Straße bewusst so gestaltet, dass gegenüber des Rathaus-Platzes mit Bürgeramt und Stadtteilverein sowie angrenzend an das Helbing-Haus mit dem Ortsmuseum eine neue Mitte im Stadtteil Wieblingen entstehen kann.