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Stadtbibliothek N 2

Lernräume

Ort

Mannheim Innenstadt

Projektträger

Stadt Mannheim, Bau- und Immobilienmanagement

Ansprechpartner*in

Carl Zillich

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Neubau der Stadtbibliothek und Neubau des Dalbergpplatzes Mannheim

Bibliotheken unterliegen in den letzten Jahren einem erheblichen Wandel – nicht nur die Verfügbarkeit von Medien und deren Digitalisierung, sondern auch die Wirkung als einladender Ort der Begegnung bringen neue Raumbedürfnisse mit sich. In einigen Städten Europas wurden in jüngster Vergangenheit mit Bibliotheksneubauten wichtige Impulse für die kommunale Bildungsarbeit und die gesamte Stadtgesellschaft angestoßen.

»Die Bibliothek der Zukunft stellt nicht mehr nur Inhalte bereit und vermittelt Medien- und Informationskompetenz, sondern versteht sich als Knotenpunkt direkter gesellschaftlicher Kommunikation und Teilhabe. Die innovative räumliche Ausgestaltung der neuen Stadtbibliothek in Mannheim schafft in ihrer Funktion als »dritter Ort« und öffentlicher Raum der Begegnung eine angemessene Basis.«

IBA-Kuratorium

Mit knapp einer Mio. Besucher*innen und 30.000 angemeldeten Leser*innen zählt die Stadtbibliothek Mannheim zu den meistgenutzten kommunalen Einrichtungen der Stadt Mannheim und hat hochanspruchsvolle Bedarfe zu erfüllen. Als Haus der Bildung, Kultur und Freizeit steht sie gleichermaßen allen Bevölkerungsgruppen offen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildungsvoraussetzungen oder sozialem Status. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Zusammenarbeit mit Horten, Kindertagesstätten und Schulen ein mit dem Ziel, die Lese- und Medienkompetenz zu fördern.

Bisher sehen Bibliotheksbesucher*innen meist nur den Teil der Bibliothek, den sie gezielt aufsuchen. Für den Neubau der Stadtbibliothek Mannheim – die »Bibliothek der Zukunft« – gilt es deshalb, neue und alte Angebote nicht voneinander abzuschirmen, sondern die Bereiche ohne Brüche erfahrbar zu machen. Das moderne Bibliotheksverständnis soll sich in einer offen organisierten Architektur abbilden: Im Herzen der neuen Stadtbibliothek steht das Lernzentrum als Anlaufpunkt für alle Informations- und Hilfesuchenden. Um dieses herum gruppieren sich gedanklich wie räumlich der Bestand, Makerspaces, Veranstaltungs- und Arbeitsräume. Am neuen Standort N2, zwischen den derzeitigen Standorten im Stadthaus (N1) und Dalberghaus (N3), wird durch den Rückbau des Parkhauses und die Umgestaltung des derzeit nicht einladend wirkenden Dalbergplatzes ein attraktiver öffentlicher Innen- und Außenraum geschaffen.

In der Außenwahrnehmung stehen Bibliotheken heute im Spannungsfeld von einer altehrwürdigen Einrichtung, in der still und leise gearbeitet wird, und einem lebhaften Ort des Austauschs. Mit der Entwicklung neuer Kommunikations- und Wissenskonzepte verändern sich auch die Funktionen einer Stadtbibliothek: In Zukunft geht es weniger um den Verleih von Medien, sondern um die Verbreitung von Wissen und das Ermöglichen von individuellen Lernerfahrungen. Papierne Bücher behalten zwar auf absehbare Zeit ihre Bedeutung in der wissensorientierten Gesellschaft, werden aber zunehmend durch digitale Angebote abgelöst. Trotz der immer virtueller werdenden Medieninhalte verzeichnen die Besuchszahlen in öffentlichen Bibliotheken einen deutlich wachsenden Trend. Dies liegt vor allem daran, dass es in Stadtzentren kaum einen anderen Raum gibt, der wie in Bibliotheken ohne Konsum- und Verzehrzwang mit hoher Aufenthaltsqualität zur Verfügung gestellt wird. Dieser als »Dritter Ort« bezeichnete Raum hebt sich dadurch ab, dass er die Qualitäten von privaten und öffentlichen Sphären auf sich vereint.

Die Stadtbibliothek Mannheim soll zu einem solchen „Dritten Ort“ werden, der von seinen Nutzer*innen erobert und nach individuellen Bedürfnissen von innen heraus gestaltet wird – und dessen Architektur und Raumangebot jeden Tag aufs Neue flexibel auf die aktuelle Nachfrage reagieren können.

PROJEKT-MEILENSTEINE

August 2019

IBA-Gastprojekt-Status

Dezember 2019

Auslobung eines internationalen Realisierungswettbewerbs