ORT – WISSENSLANDSCHAFT HEIDELBERG

HEIDELBERGS DNA

Bereits seit dem 14. Jahrhundert, seit dem 18. Oktober 1386, ist die Heidelberger Stadtentwicklung von der Parallelität politisch-territorialer Prozesse und wissenschaftsbasierter Expansionen geprägt. Eine Blütezeit des Miteinanders erlebten Stadt und Universität im 16. Jahrhunderts, als sich Heidelberg zum Zentrum des europäischen Calvinismus entwickelte. Von den bürgerlichen Palais in der Altstadt bis hin zu den Institutsgründungen in vielen Stadtteilen haben Städtebau und Wissenschaftsentwicklung sich wechselseitig beeinflusst. Die herausragende Bedeutung der Stadt in den politisch-territorialen Auseinandersetzungen und die zunehmende Bedeutung der Universität waren für die Stadtentwicklung Fluch und Segen zugleich. Aufgrund ihrer politischen Bedeutung und ihrer militärstrategisch wichtigen Lage hatte Heidelberg immer wieder unter Belagerungen und Zerstörung sowie den Folgen von Flucht und Vertreibung zu leiden.

Das internationale Interesse an Heidelberg erklärt sich bis heute aus dem Wirkungsgefüge von Stadt- und Wissenschaftsentwicklung. Landschaft und Stadt verzahnen sich einzigartig am Übergang vom Odenwald in die Rheinebene mit dem Neckartal. Auch der auf mittelalterlichen Stadtgrundriss entstandene, barocke Stadtaufriss trägt zur Besonderheit und Beliebtheit Heidelbergs bei.

DIE VERORTUNG DER IBA IN DER STADT

Mit ihrem Motto »Wissen | schafft | Stadt« knüpft die IBA Heidelberg an diese Potenziale an. Ausgehend von der These, dass sich die europäischen Städte in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts ähnlich dynamisch verändern werden wie in unterschiedlichen Phasen der Industriegesellschaft, sucht die IBA nach städtebaulichen und architektonischen Projekten, die für die Wissensgesellschaft beispielhaft sind. Dabei gilt ein Augenmerk auch den Schnittstellen von Exzellenz und Alltag sowie dem Neben- und Miteinander von vernetzten Forschungsinstitutionen und Bildungseinrichtungen.

Die Wissensgesellschaft basiert auf Grundpfeilern wie der schulischen und kulturellen Bildung sowie dem lebenslangen Lernen, außerdem auf vielfältigen und international wirksamen wissenschaftlichen Einrichtungen der Lehre, Forschung und Entwicklung. Diese Wissenslandschaft findet sich in unterschiedlicher räumlicher Konstellation in allen Stadtteilen wieder. Im Alltag stellen Wissenschaften und Bildung einen erheblichen Anteil der Wertschöpfung in Heidelberg und der Metropolregion Rhein-Neckar dar. Die IBA agiert deswegen dezentral und geht mit ihren Anliegen auf unterschiedliche Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu.