BEGLEITFORSCHNG

Netzwerkanalyse durch das Urban Office der Universität Heidelberg

Das Thema der IBA Heidelberg »Wissen | schafft | Stadt« implizierte von Anfang an eine Begleitforschung. Denn im Sinne einer reflexiven Praxis sollen Prozesse möglichst kontinuierlich wissenschaftlich begleitet werden, um schließlich dem inhaltlichen Anspruch der Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft gerecht zu werden. Eine derartige Begleitforschung erfolgte ansatzweise zwischen 2015 und 2018 im Zuge des Reallabors »Urban Office: Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft«, innerhalb dessen vier IBA_KANDIDATEN wissenschaftlich begleitet wurden und in dessen Kontext eine soziale Netzwerkanalyse (NWA) erarbeitet wurde.

Ziel der NWA ist die Identifikation der wichtigsten Akteure im IBA-Prozess und ihrer Beziehungen zueinander. Organigramme und andere Darstellungsformate visualisieren zwar die offiziellen Dienstwege, aber Information, Kommunikation, Kooperation und Innovation sind nicht auf Dienstwege beschränkt. Einstellungen und Meinungen entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern aus Beziehungen zwischen den Akteuren und durch deren Positionen. Durch die soziale NWA werden diese »unsichtbaren« Strukturen offengelegt.

Bisher wurden die Personen aus dem IBA-Umfeld 2013–14 und 2017–18 befragt, jeweils finanziert durch die Stadt Heidelberg und gemeinsam durchgeführt von den Instituten für Soziologie (Prof. Dr. Michael Hölscher und Christina Herrmann), für Geographie (Prof. Dr. Ulrike Gerhard) und dem Centre for Social Investment der Universität Heidelberg (Dr. Georg Mildenberger).

Die mehrfache Erhebung des Netzwerks erlaubt es mit der Zeit, die Dynamik der beteiligten Akteure und ihrer Zusammenarbeit zu untersuchen. So wurde zum Beispiel gleich am Anfang der IBA deutlich, dass Wirtschaft und Zivilgesellschaft bis dahin nur schwach eingebunden waren. Erste Ergebnisse der zweiten Erhebung legen nahe, dass das IBA-Netzwerk deutlich internationaler geworden ist und in den Bereichen Verwaltung, Wissenschaften und in der Architektenschaft die Bindungen gestärkt werden konnten. Insgesamt kann die NWA damit neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch generell steuerungsrelevantes Wissen für Internationale Bauausstellungen weitergeben.

Urban Office