NETZWERK DER INTERNATIONALEN BAUAUSSTELLUNGEN

Im Zeitraum eines Jahrhunderts haben sich Internationale Bauausstellungen zu einem zukunftsfähigen Experimentierfeld des Städtebaus und damit auch zu einem besonderen „Markenzeichen“ der Planungs- und Baukultur in Deutschland entwickelt. Acht abgeschlossene und derzeit sechs aktive IBAs verdeutlichen die Attraktivität des Instrumentes IBA. Um von diesem Standard die Übertragbarkeit der Erfahrungen und ihre weitere Entfaltung bei künftigen Internationalen Bauausstellungen zu gewährleisten und um zugleich in der Alltagspraxis Maßstäbe zu setzen, initiierte im Jahr 2007 die IBA Hamburg mit Unterstützung des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW das Netzwerk IBA meets IBA als Zusammenschluss ehemaliger, aktueller und interessierter zukünftiger IBA-Akteure. Das Netzwerk wird durch das Bundesbauministerium unterstützt und trifft sich je nach Bedarf etwa einmal im Jahr. Im Mittelpunkt der Arbeitstreffen im kleinen Kreis steht ein offener Austausch zum Stand der aktuellen IBAs und zur Qualitätssicherung der im IBA Memorandum fixierten Merkmale. Damit verbunden geht es auch stets um die Frage, ob und wie das in Deutschland etablierte Instrument der IBA zu einem Beitrag europäischer Planungs- und Baukultur weiterentwickelt werden kann.

Der IBA Prozess wird von einem Expertenrat des Bundes kritisch begleitet. Dieser setzt sich aus renommierten Akteuren aus Forschung und Praxis sowie Vertretern aus Kommunen und Ländern zusammen. Er wurde 2009 ins Leben gerufen. Der ein- bis zweimal jährlich tagende Rat soll die Kriterien des IBA Memorandums sichern und gegebenenfalls fortschreiben. Gleichzeitig wird der IBA Prozess mit Blick auf vergleichbare innovative Instrumente der Regional- und Stadtentwicklung auf nationaler und internationaler Ebene begleitet.

OPEN IBA: Eine Plattform zu Internationalen Bauausstellungen

Open IBA ist ein Projekt der IBA Thüringen in Zusammenarbeit mit der IBA Heidelberg sowie weiteren Partnern aus dem Netzwerk IBA meets IBA. Das Ziel: den Erfahrungsschatz dieses traditionsreichen Baukulturformats aufzubereiten und der Öffentlichkeit als Informationsquelle zur Verfügung zu stellen.

Eine gemeinsame, zweisprachige Webseite zeichnet die Entwicklung der Internationalen Bauausstellungen von ihrem Anfang 1901 bis zur Gegenwart nach. Sie stellt die Veränderung des Formats über ihre hundertjährige Geschichte dar, präsentiert ausgewählte Projektbeispiele und erläutert die Herausforderungen und Qualitätsansprüche an Internationale Bauausstellungen.
Verbunden mit der Website ist eine Ausstellung „on demand“: Interessierte Institutionen, Initiativen oder Einzelpersonen können diese modulare Selbstbau-Ausstellung in ihre Arbeit einbeziehen und damit zu Botschaftern des Baukulturformats IBA werden.

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Die Open IBA-Homepage ist unter https://www.open-iba.de erreichbar.