DAS WISSEN DER STADT

Ausstellung zur Halbzeit der IBA Heidelberg | 27. April 2018 – 8. Juli 2018

Die IBA Heidelberg geht mit ihrem Motto »Wissen | schafft | Stadt« der Frage nach, wie sich die europäische Stadt verändern muss, um fit für die Wissensgesellschaft zu sein. Die Hälfte der Ausstellungszeit zur Zwischenpräsentation der IBA ist nun vergangen: Mit über 3500 Besuchern, mehr als 50 Veranstaltungen und Führungen übertrifft der Verlauf der Zwischenpräsentation die Erwartungen.

Die Ausstellung blickt auf die Entwicklung der Projekte, Kandidaten und Prozesse seit 2012 zurück – und fasst zugleich Perspektiven bis zum IBA-Schluss 2022 ins Auge. Sie findet an einem geschichtsträchtigen Ort statt: die sogenannte Kommandantur. Für die US-Armee war das »Keyes-Building« das europäische Hauptquartier, nun wird es zum »Mark Twain Center für transatlantische Beziehungen Heidelberg« umgebaut. Hier ist die IBA für insgesamt zehn Wochen noch bis zum 8. Juli 2018 Zwischennutzer.

17 Projekte und Kandidaten unterschiedlicher Skalierungen sind Kern der Ausstellung und lassen sich mit einer radikalen Offenheit in die Karten schauen. Projektregale, bestückt mit Archivmaterialien der IBA, zeigen die Genese und den Fortschritt ihrer Prozesse: Modelle, Dokumentationen von Planungswettbewerben und Illustrationen vermitteln, was geleistet wurde und 2022 in der gebauten Realität erwartet werden darf. Neben den in der Umsetzung befindlichen Projekten präsentiert die IBA auch Architekturmodelle und Entwürfe nicht realisierter Ideen, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hochschulen entstanden sind – und macht so klar, dass zu jedem Experiment auch Scheitern gehören kann.

Gerahmt werden die Projekte mit Informationen zu Heidelbergs Charakterisierung als Wissensstadt und »Knowledge Pearl«. Unter dem Stichwort der »Wahlverwandtschaften« wird Heidelberg mit anderen europäischen Städten verglichen, in denen international renommierte Universitäten dominieren – wie Cambridge, Leuven und Lund, aber auch mit Stanford/Palo Alto in den USA.

Die Grundkonzeption der Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Angelika Fitz, Leiterin des Architekturzentrums Wien und IBA-Kuratoriumsmitglied, entstanden. Das Berliner Büro „Stiftung Freizeit“ zeichnet sich für die Ausstellungsgestaltung verantwortlich: Diese erzeugt in dem ehemals militärisch genutzten Gebäude einen bewusst farbenfrohen Kontrast und fordert zum spielerischen Erkunden oder zum Eintauchen in ausgewählte Inhalte auf.

Angelika Fitz, AzW, Wien | Konzeptidee
„Die Ausstellung ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der Wissensstadt Heidelberg und ihrer internationalen Verwandten. Und sie lädt ein, am Wissen mitzubauen.“

Carl Zillich, IBA Heidelberg | Kurator
„Erst mit den vielen unterschiedlichen Besuchern kann die Ausstellung ihre Potenziale entfalten. Wir erleben, welche Wissensmilieus und Räume die Menschen mit der Wissensgesellschaft verbinden, wo die IBA konzeptionell geliefert hat und welche Fragen noch offen sind. Ob internationale Gäste, Besucher aus der Planung und Bauwirtschaft, Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen oder Grundschulkinder: es ist uns eine Freude, dass die Relevanz des Themas und die spielerische Komplexität der Ausstellung so viel Zuspruch erhält und das Wissen der Stadt konkret wird.“

Hanne Rung, München/Berlin | Kuratorische Projektleitung
„Das Ausstellungskonzept ist das einer offenen Werkstatt, die sich weiterhin entwickelt und deren Werkzeuge man fast alle anfassen darf. Als Besucher ist man im Bereich der Projekte und Kandidaten sogar dazu aufgefordert, einzelne markierte Exponate auf den sogenannten Thementischen neu zusammenzustellen, um die 4+1 Schwerpunkte der IBA besser zu begreifen.“

Rubén Jódar, Stiftung Freizeit, Berlin | Ausstellungsgestaltung
„Die Ausstellungsgestaltung nimmt den Anspruch der IBA, einen städtebaulichen Diskurs zwischen Fachpublikum und Zivilgesellschaft herzustellen, auf und schafft hierfür die passenden Räume. Dazu ist die Schau in verschiedenen Vertiefungsstufen konzipiert, die neben einem schnellen Überfliegen bewusst gewählter Inhalte jedem Besucher ermöglicht, sein eigenes Tempo zu wählen und sich tiefer mit den Ausstellungsinhalten auseinanderzusetzen.“