„PHVision Project“ zog über 5.000 Interessierte auf die US-Konversionsfläche

Das „PHVision Project“ auf der Heidelberger Konversionsfläche Patrick-Henry-Village (PHV) fand Ende Juli seinen Abschluss.

Mit täglich über 500 Besuchern übertraf das Festival die Erwartungen für die erstmals seit Abzug der Amerikaner öffentlich zugängliche Fläche.
Insgesamt bemalten 26 Künstler aus zehn Ländern die Außenwände der einstigen Offiziersvillen des San Jacinto Drive. Ein tägliches Kulturprogramm mit Musik, Workshops und Performances für Jung und Alt begeisterte die Gäste aus Heidelberg und der Region.

Nicht nur Künstler, sondern auch Engagierte aus der Kreativwirtschaft sorgten vor Ort für ein vielfältiges Angebot und wussten zehn Tage lang Leben und Arbeiten zu verbinden.

Pascal Baumgärtner, Kurator des Metropolink-Festivals für urbane Kunst und Organisator des „PHVision Projects“ appellierte, das PHV als Ort der Freiheit und des Experimentierens weiterzuentwickeln: „Es wäre sehr schade, wenn die enorm aufwendige Vorbereitung nicht den Mehrwert einer Fortführung des Festivals auf dieser beeindruckenden Fläche bekommen würde!“ Gleichzeitig dankte er allen Kooperationspartnern und auch der Stadt für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die Durchmischung von Akteuren – und das gleich zu Beginn des Entwicklungsprozesses des neuen Quartiers – sei eine absolute Notwendigkeit, sagte die Planerin Mirjam Züger vom Büro KCAP aus Zürich bei einem von der IBA organisierten Podiumsgespräch zum Thema „Zwischennutzungen und Initialzündungen“ am Donnerstag, 26. Juli. Das Büro KCAP um Städtebauer Kees Christiaanse hatte 2016/17 federführend die „PHVision“ für die Fläche erarbeitet und auch zu einer frühen Aktivierung geraten, um die langen und oftmals unsichtbaren Planungsprozesse für die Stadtgesellschaft transparent und erlebbar zu machen.

Dies war auch Jürgen Odszuck, dem Ersten Bürgermeister der Stadt Heidelberg, ein wichtiges Anliegen: Die Atmosphäre des neuen Stadtteils schon heute durch das „PHVision Project“ spürbar zu machen, um die zukünftigen Planungen zu beflügeln und den Heidelbergern ein konkretes Bild zu vermitteln, damit aus PHV ein vitales und zukunftsfähiges Quartier werden kann, sei der richtige Ansatz.

Seitens der IBA betonte Carl Zillich, Kuratorischer Leiter, wie gut die Kooperation mit Metropolink dem Anliegen von Stadt und IBA getan habe, vor Ort im PHV die „Wissenstadt von morgen“ weiterzudenken: „Über zehn Tage hinweg gab es hier vor allem ein urbanes Lebensgefühl zu entdecken. Die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, werden wir weitertragen und gemeinsam gestalten.“ Einig war man sich auf dem Podium, dass auf der Fläche von Anfang an Vielfalt gelebt werden müsse. Wie Wohnen, Arbeit und Freizeit in dem neuen Stadtteil anspruchsvoll zusammenfinden, ist eine der Fragestellungen, die von KCAP, der Stadtverwaltung, der IBA Heidelberg und einer Vielzahl von Experten nun weiter bearbeitet wird. Dass dabei auch die Nutzerperspektive und kreative Pioniere eine wichtige Rolle einnehmen sollen, hat das „PHVision Project“ eindrucksvoll bewiesen.

Seit September 2018 trifft sich wöchentlich ein Projektteam, bestehend aus Vertreter*innen der verschiedenen Dezernate sowie der IBAHeidelberg, um an der offiziellen Planungsgrundlage weiterzuarbeiten.