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Betriebswerk

Koproduktion

Ort

Am Bahnbetriebswerk 5,

Bahnstadt

Architektur

AAg LoebnerSchäferWeber Freie Architekten BDA, Heidelberg

Projektträger

BETRIEBSWERK GmbH & Co KG

Ansprechpartner*in

Karoline Becker 

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Gemeinsam am Werk

Das historische Ensemble einer klassischen Bahnnutzung wird wieder zum Leben erweckt: Seit 2015 ist der bereits realisierte Veranstaltungsort »Tankturm« fester Bestandteil der Heidelberger Kulturszene. Nun soll mit dem »Betriebswerk« in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Ort der Begegnung, des Lebens und Arbeitens entstehen, der das Quartier erweitert.

»Die Mischung aus Kultur und wirtschaftlicher Nutzung im Betriebswerk bietet eine vielversprechende Möglichkeit zum Austausch für Heidelberg und die Region, aber auch für die Baukultur in der Wissensgesellschaft.«

IBA-Kuratorium

Das ehemalige Bahnbetriebswerk in Heidelberg lag mehrere Jahrzehnte lang brach, bis seine denkmalgeschützte Werkstatthalle 2017 instandgesetzt wurde. Seitdem steht das »Betriebswerk« zur Zwischennutzung für Proben, Konzerte, Ausstellungen, Seminare, Konferenzen und Feste offen. Mit dem Altbaubestand und neuen Gebäuden soll hier in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit der IBA Heidelberg auf rund 16.500 Quadratmetern ein urbanes Areal zum Leben und Arbeiten entstehen.

Wie der benachbarte Tankturm ist auch das Betriebswerk als offener Ort konzipiert, an dem Neues ausprobiert werden soll und der Ökonomie und Soziokultur vereint. Mutige Privatwirtschaft und kulturelle Nutzung sollen hier eine Synergie eingehen und so einen Prototyp für neue Formen des Miteinanders generieren.

Zentraler Ort und Treffpunkt im Areal ist der große Saal des historischen Giebelgebäudes. Der Altbaubestand aus Sichtmauerwerk prägt die Atmosphäre des Betriebswerks und bleibt so weit wie möglich erhalten. Auch in der Weiterentwicklung und Ergänzung findet sich die Hallenkonstruktion in der Formensprache und Materialität der neuen Baukörper wieder. Neu gebaut werden vier Werkhäuser, ein siebengeschossiger Werkturm mit Blick aufs Heidelberger Schloss und ein Gästehaus. Das gesamte Areal bietet Raum für 500 bis 600 Menschen: etablierte IT- und Wirtschaftsunternehmen, Büros aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, Freiberufler*innen und Manufakturen sowie Start-ups, Kita, »Alta« (Altentagesstätte) und Tagesgäste.

Eine wesentliche Rolle im Konzept des Betriebswerks spielt dabei der Gedanke der Partizipation, der sich nicht nur im Nutzungsmix, sondern auch im Architekturkonzept spiegelt: So werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit nicht nur durch die Vielfalt der Mieter*innen, sondern auch durch das zusammenführende Raum- und Platzangebot unterstützt.

Auch der Entstehungsprozess ist von Koproduktion geprägt: Infrastruktur, Räume und Freiflächen werden im Dialog der eigens gegründeten Betriebswerk-Gesellschaft mit den zukünftigen Nutzer*innen und der Nachbarschaft realisiert. Ein sechsköpfiger fachlicher Beirat ergänzt, entwickelt, kontrolliert und lenkt die Prozesse.

Mit dem Betriebswerk entsteht ein Ort gelebter Nachbarschaft und Gemeinschaft für Menschen, die nicht nur ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen, sondern gemeinsam gestalten und Stadt prägen wollen. Sowohl der baukulturelle Anspruch als auch die neuartige Form der Koproduktion machen das Projekt zu einem Reallabor, das zur IBA »Wissen schafft Stadt« passt. Mit dem Tankturm im Osten und der Werkstattschule Expro 3 – ebenso ein IBA-Projekt – im Westen verspricht das Areal Betriebswerk inspirierende und wohltuend unerwartete Impulse für die Bahnstadt und ganz Heidelberg.

Projekt-Meilensteine

September 2017

Startphase und Vorprojektierung

Februar 2018

Planungs- und Vertiefungsphase

September 2019

IBA-Kandidaten-Status

März 2021

Realisierungs- und Bauphase

Juli 2022

Nutzungsbeginn und Erstbezug

April 2024

Fertigstellung aller Bauphasen 1 bis 6