FORMAT – WAS IST DIE IBA HEIDELBERG?

EXPERIMENTE FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGE STADT

IBA – das steht kurz für Internationale Bauausstellung. Sie gehören zu den einflussreichsten Instrumenten der Stadtentwicklung. In Deutschland blicken sie auf eine lange Geschichte zurück. Die ersten IBAs zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren oftmals Ausstellungen innovativer Architektur auf einem begrenzten Gelände. Über die Jahre hinweg haben sich IBAs weiterentwickelt: Städte und Regionen entscheiden sich für das Planungsinstrument IBA, wenn sie für komplexe städtebauliche Herausforderungen zukunftsweisende Lösungen erarbeiten möchten.

IBAs sind somit zu einem Instrument der visionären Stadtentwicklung geworden. Bei einer IBA wird live erforscht, wie die Stadt der Zukunft aussehen kann: Wie wohnen und arbeiten, lernen und bewegen wir uns in der Stadt in 20 Jahren? Wie sehen unsere Gebäude aus, wie die Freiräume? Und wie reagieren unsere Städte auf gesellschaftlichen Wandel?

Das fragen wir uns auch bei der IBA Heidelberg. Unter dem Leitthema »Wissen | schafft | Stadt« sind wir von 2012 bis 2022 in der gesamten Stadt aktiv. Wir helfen, Prozesse und Bauprojekte rund um die Leitthemen WISSENSCHAFTEN und LERNRÄUME, die Aspekte VERNETZUNGEN und STOFFKREISLÄUFE und das Querschnittsthema KOPRODUKTION zu initiieren, zu prüfen und schließlich umzusetzen. Dabei ist die IBA Heidelberg eine IBA neuen Typs: Behandelten die vergangenen Bauausstellungen oft ein bereits vorhandenes Problem, ist die Themensetzung in Heidelberg als vorausschauende Maßnahme ausgelegt. Gemeinsam mit ganz unterschiedlichen Partnern in der Stadt und Experten aus der ganzen Welt wollen wir Ideen und Lösungsvorschläge für die Wissensstadt der Zukunft entwickeln und die Finanzierung für diese Projekte finden.

Unsere Projekte, zu denen Schulen und Museen, Studentenwohnheime und Forschungseinrichtungen, Kitas und Kulturhäuser, aber auch Parks und Freiräume gehören, sollen bald das Stadtbild in Heidelberg prägen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie dem Gemeinwohl verpflichtet sind und auf der Idee einer Stadt basieren, in der vielfältige Lebensstile friedlich nebeneinander existieren. Dabei wird stets um die bestmögliche Lösung gerungen: Die Projekte sollen außergewöhnlich und für das jeweilige Quartier oder den Stadtraum identitätsstiftend sein, sie sollen zum Vorbild für weitere Projekte werden und über ihre ureigene Funktion hinaus auch für weitere zukünftige Nutzungen offen sein.

Genauso wichtig wie die konkreten baulichen Ergebnisse sind auch die unsichtbaren Resultate der IBA: Wir möchten in Heidelberg einen Dialog über die Stadträume der Zukunft anregen. Die Erkenntnisse der IBA sollen in das Alltagshandeln von Politik und Verwaltung, Zivilgesellschaft und Unternehmen einfließen und Veränderungen bewirken, die über die Laufzeit der IBA fortwirken. Durch eine unabhängige Begleitforschung prüfen wir, inwieweit die Ergebnisse unserer Arbeit auf andere Projekte übertragbar sind.