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Haus der Jugend

Lernräume

Ort

Römerstraße 87, Weststadt

Projektträger

Stadt Heidelberg, Jugendamt +

Hochbauamt

Ansprechpartner*in

Carl Zillich

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Vielfalt in der Einheit

Als Ort für Experimentierfelder unterschiedlicher Freizeitaktivitäten und Lebensstile trägt das Haus der Jugend seit den 1960er-Jahren wirkungsvoll zur Integration von Menschen über Altersklassen, Bildungsbiographien und Stadtteile hinweg bei.

»Das Haus der Jugend in Heidelberg lebt vom großen Spektrum seines Angebots und dem Erfolg, aus allen Stadtteilen und Milieus junge Menschen zusammenzubringen. Das räumliche Update nicht nur dem Haus, sondern auch den fragmentierten Freiräumen des Schulcampus Mitte zukommen zu lassen, sollte der konsequente nächste Schritt sein.«

IBA-Kuratorium

Erbaut im Kontext der US-amerikanischen Re-education nach dem Zweiten Weltkrieg, ist die Bausubstanz in Mitleidenschaft gezogen und weicht einem Neubau. Atmosphärisch dichte, multifunktionale Räume sollen hier Kinder und Jugendliche aus der ganzen Stadt anziehen. Das Areal verbindet die Weststadt mit der Südstadt, die Architektur und die Freiraumgestaltung sind entscheidend für die Wirkung in den Schulcampus Mitte hinein.

In einem aufwändigen und experimentellen Prozess der Jugendbeteiligung (unter anderem über WhatsApp-Dialoge) konnte das Raumprogramm abgestimmt und Grundlage eines international offenen, zweistufigen Realisierungswettbewerbs in Kooperation mit der IBA werden. Zusätzliche Freiflächen mit Vernetzungsfunktion waren als Ideenteil in das Verfahren integriert. Mit über 90 Arbeiten aus dem In- und Ausland in der ersten Phase und 19 Arbeiten in der engeren Wahl klärten sich die Ansprüche einer Jugendinstitution im 21. Jahrhundert. Gewinnen konnte den Wettbewerb der junge, international erfahrene Architekt Sebastian Murr (mit Landschaftsarchitekt Dietmar Lennartz) mit einem Entwurf, der den unterschiedlichen Nutzergruppen aus Tanz, Theater, Musik und vielen anderen eigenständige Raumqualitäten in einem Ganzen anbietet und die Vielfalt in der Einheit betont.

Projekt-Meilensteine

Februar 2014

IBA-Kandidaten-Status

November 2015

Jugendbeteiligung vor Ort und über Social Media

Mai 2016

Finales Raumprogramm

April 2017

Wettbewerbsentscheidung 1. Phase

Dezember 2017

Wettbewerbsentscheidung 2. Phase

Juli 2018

IBA-Projekt-Status

September 2019

Baubeginn

Projektreport

Zur Finissage der IBA-Zwischenpräsentation 2018 wurden fünf Vorhaben vom Kandidaten- in den Projektstatus erhoben. Dazu gehört auch der Neubau des Hauses der Jugend. Abbildung: Tobias Dittmer

Modern in seiner Ausstattung, einladend nach draußen, jugendgerecht bei seinen Angeboten – so wünschten sich die Jugendlichen ihr neues Haus der Jugend in der Heidelberger Südstadt. Nach einem experimentellen Beteiligungsverfahren mit den Jugendlichen, 96 Entwürfen in der ersten Phase und 19 konkreten Vorschlägen in einer engeren Wahl prämierte der offene Architekturwettbewerb in Kooperation mit der IBA einen zeitgemäßen und besonderen Entwurf, der auch die Nutzer begeistert. Im anonymen Verfahren konnte sich das junge, international erfahrene Büro Murr Architekten aus Dießen mit L+P Landschaftsarchitekten aus München durchsetzen.

Das Haus der Jugend sollte mit einem Neubau seine stadtweit ausstrahlenden Aktivitäten im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit erfolgreich weiterentwickeln. Neue attraktive und multifunktionale Räume sowie Freiflächen wurden dringend benötigt, damit auch zukünftig Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet angezogen werden. Aufgabe des offenen, internationalen Wettbewerbs waren die Vorentwurfsplanung für die bauliche Neukonzeption eines inhaltlich und bautechnisch zukunftsfähigen Hauses der Jugend und dessen freiraumplanerische Einbettung in den städtebaulichen Kontext.

27.11.2015

Jugendliche gestalten Haus mit

Jugendliche aus allen Heidelberger Stadtteilen und Schularten hatten Chance, im November 2015 ihre Ideen in die Planung einzubringen. Das Haus wollte damit die unterschiedlichen Freizeitinteressen junger Menschen berücksichtigen.

Gemeinderatsbeschluss zum Beteiligungsverfahren

Im Juni 2015 befürwortete der Heidelberger Gemeinderat einstimmig das Beteiligungsverfahren, das den jungen Heidelberger*innen noch vor Ausschreibung des Architektenwettbewerbs die Möglichkeit zur Mitgestaltung gab. Seitens des Jugendamtes wurde für die Vorbereitung eines zweistufigen Architekturwettbewerbes die Agentur Squirell&Nuts mit dem Beteiligungsverfahren für jugendliche Nutzer beauftragt.